Der Walfänger

Buchcover: Der Walfänger

(2002, Taschenbuch 2008)

Nach einem Fangverbot von mehr als achtzig Jahren bekommt das kleine Volk der Makah-Indianer an der Nordwestküste Amerikas die Erlaubnis, wieder Wale auf traditionelle Weise jagen zu dürfen. Auch Micah Mahone bereitet sich auf die Jagd vor, denn er ist auserwählt, einer der Paddler im Walfangkanu zu sein. Doch je tiefer er zum Wesen der alten Traditionen seines Volkes vordringt, um so mehr bedrängen ihn Zweifel, ob alles, was in vergangenen Zeiten einmal richtig gewesen war, auch in der Zukunft noch Gültigkeit haben sollte.

Angefeindet von fanatischen Tierschützern und in Sorge um seinen behinderten Bruder Ryder, der einen geheimnisvollen Walschrein entdeckt hat, versucht Micah seinen Weg zu gehen und dabei das Richtige zu tun.

Hilfe bekommt er dabei von der warmherzigen Museumsdirektorin Sally Kallappa, der die Zukunft ihres Volkes am Herzen liegt. Micah verliebt sich in Sally und begreift irgendwann, dass er sich entscheiden muss …

Leseprobe von “Der Walfänger”

Informationen zum Buch

Roman, EUR 12,80 – Merlin-Verlag, Gifkendorf, 2002 – ISBN 978-3-875-36268-8 (Taschenbuch)
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Lesermeinung

von Katja Linde, 17 Jahre aus Jena

Die junge Meeresbiologin Irina steht kurz davor, Roberts Antrag anzunehmen und ihn zu heiraten. Doch die Vergangenheit lässt ihr keine Ruhe – der Indianer Micah, mit dem sie früher verheiratet war, taucht plötzlich immer wieder in ihren Gedanken auf. Was für ein Mensch ist aus ihm geworden? Was ist passiert, seit sie ihn verlassen hat, weil sie die Kluft zwischen ihren beiden Kulturen für unüberwindbar hielt? Und vor allem: was geschieht nun, da das Fangverbot der Makah das erste Mal seit 80 Jahren wieder aufgehoben wurde und sich die Indianer auf eine traditionelle Jagd vorbereiten?
Irina fährt nach Neah Bay, um sich für den Schutz ihrer geliebten Wale einzusetzen und herauszufinden, was sie noch für Micah empfindet. Dieser hat sich unterdessen in die liebenswerte Museumsleiterin Sally verliebt und hadert mit seiner Bürde – denn er wird an der Walfjagd teilnehmen.
Als dann auch noch Morddrohungen fanatischer Tierschützer im Reservat eintreffen, spitzt sich die Lage erheblich zu.

“Der Walfänger” beschäftigt sich ausführlich mit den Traditionen des Walfangs der Makah und dem Versuch, diese heute wieder aufleben zu lassen. Das Buch steckt voller hervorragend recherchierter Fakten und bleibt dabei durchgehend objektiv. Immer ist der Leser hin und hergerissen zwischen Wohlwollen und Abneigung gegenüber dem Walfang.

Antje Babendererde deckt in diesem Roman auf, wieviel mehr mit dem Walfang verbunden ist als das bloße “Wiederbeleben” einer alten Tradition, dass die Hoffnung und die Zukunft der Makah an dem neu gewonnenen Walfangrecht hängen.
Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit der Frage, wie weit man in die Vergangenheit zurückgehen sollte und wann es an der Zeit ist, einen Schritt nach vorn zu tun.

“Der Walfänger” ist detailgenauer und informativer als jedes ihrer anderen Werke, büßt durch die vielen Beschreibungen und Perspektivwechsel aber auch an Spannung ein.
Fazit: sehr zu empfehlen für jene, die sich für den Walfang, die Makah und ihre Traditionen interessieren. Wer es lieber einen packenden Page-Turner lesen will, ist mit Antje Babendererdes anderen Büchern besser aufgehoben.

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