"Er sagt, alles auf der Welt hat seinen Platz, Wölfe wie Menschen."

Celia Rees, "Hexenkind"

Herzlich Willkommen!

Foto: Antje Babendererde

Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen auf meiner Seite.

Bücherschreiben ist ein wunderschöner – aber oftmals auch ein sehr einsamer Beruf. Und neben fieberhaften Schaffensphasen gibt es Tage, in denen die Figuren schlichtweg streiken, die Geschichte stagniert – nichts mehr geht. In solchen Momenten wirkt eure erfrischende und oft sehr berührende Leserpost wie Medizin.

Einen herzlichen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen, mich an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben zu lassen.

Viele von euch haben natürlich auch Fragen – und die versuche ich so gut ich kann auf dieser Homepage zu beantworten.

Viel Spaß beim Stöbern wünscht euch

Antje Babendererde

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Neuigkeiten

Zurzeit ist eine Schreibpause angesagt, denn in den nächsten Wochen bin ich auf Lesereisen unterwegs. Schaut doch einfach mal unter Termine, ob ich vielleicht auch in eurer Nähe bin und ihr Lust habt, euch etwas vorlesen zu lassen oder mit mir zu diskutieren.

An alle e-book Freunde, die bisher … mehr »

Mein Buchtipp

Von Büchern und Inseln
von Louise Erdrich

Covergrafik, Von Büchern und Inseln

Dies ist ihr persönlichstes Buch, in dem sie von ihrem kleinen unabhängigen Buchladen in Minneapolis erzählt (www.birchbarkbooks.com) und von einer Reise mit dem Kanu, die sie in das Land ihrer indianischen Großmutter führt.

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Lesermeinung

von Katja, 23 Jahre aus Jena

Da ist es endlich – Antje Babendererdes heißersehntes neues Buch, und diesmal ganz ohne Indianer. Statt in die USA nimmt sie uns diesmal mit in den Thüringer Wald, in das fiktive Dörfchen Altenwinkel, nicht mehr als eine Ansammlung von sechzig Häusern, in denen jeder jeden kennt und sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Eine “Scheißidylle”, wie Jolas Freundin Sassy sagt.

Sehr lebendig beschreibt Antje Babendererde die Einwohner des Dorfes. Ich mochte es, wie sie die unterschiedlichen Charaktere mit Macken, Liebenswürdigkeiten und auch unangenehmen und dunklen Seiten ausstattet. Besonders die schwierige Beziehung zwischen Jola und Kai kommt zum Tragen, ebenso Jolas Probleme mit ihrer angstgestörten Mutter und die Zuflucht, die sie bei ihrer im Gegensatz zu ihr viel lockeren Tante findet. Auch der Wald, in dem Jola umherstromert, steigt mit einer Vielzahl von Farben und Gerüchen aus den Seiten des Buches auf. Und trotz der Schönheit, die Jola in der Wildnis findet, braut sich etwas Dunkles zusammen, das nicht zuletzt mit Oleks Ankunft und dem Auftauchen des Wolfes angestoßen wird. Dunkle Erinnerungen holen Jola ein und lange gehütete Geheimnisse, die sie bei ihren Nachforschungen aufdeckt, ziehen den Zorn einiger Leute auf sie und spalten die Dorfgemeinschaft. Schon bald weiß Jola nicht mehr, wem sie trauen kann. Was ist damals wirklich mit ihrer Freundin Alina geschehen, die vor fünf Jahren spurlos verschwand? Was verschweigt Olek, für den sie immer stärkere Gefühle entwickelt? Wie fügt sich das rästelhafte Verbrechen aus der Nachkriegszeit in all das ein? Und nicht zuletzt: Hat die Wölfin eine Chance gegen das Misstrauen, das Unwissen und die Angst der Dorfgemeinschaft?

Die Spannung, die mich beim Lesen an die Seiten geklebt und bis zum Ende nicht losgelassen hat, ensteht anfänglich nicht einmal durch die kriminalistische Handlung, denn die baut sich erst langsam auf. Es sind die komplexen Charaktere, ihre Hoffnungen, Ängste und Geheimnisse und ihre Beziehungen zueinander, die “Isegrim” so bildhaft und realistisch machen. Wahrhaft meisterlich ist es, wie Antje Babendererde ihre verschiedenen Erzählstränge kunstvoll ineinander verflicht und alles zu einer absolut schlüssigen, komplexen Geschichte vereint. Spätestens, als Jola immer tiefer in die dunkle Geschichte Altenwinkels zu Kriegsende eintaucht, die Stimmung im Dorf plötzlich umschlägt und Jola sich zunehmend verfolgt fühlt, entwickelt sich die Geschichte mehr und mehr zu einem angsteinflößenden Thriller. Der Leser wird nach Strich und Faden an der Nase herumgeführt, ebenso wie Jola weiß man nicht mehr, wem zu trauen ist, alles scheint verdächtig, die Beklemmung nimmt stetig zu. Antje Babendererde ist mit “Isegrim” das Kunststück gelungen, ein dunkles Waldmärchen, eine geheimnisvolle Liebesgeschichte und einen psychologisch dichten Thriller zu vereinen.

Fazit:

Ein Wald aus Geheimnissen, ein Dorf voller Lügen und ein Mädchen, das nicht wegsehen will. Eine wunderbare Liebesgeschichte, ein schleichender, Gänsehaut erzeugender Thriller und nicht zuletzt eine Geschichte von der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland.

Ich war absolut gebannt und hätte zum Schluss am liebsten weitergelesen. Wann kommt das nächste Buch aus Antje Babendererdes Feder? Bitte, bitte mehr davon!

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