"Er sagt, alles auf der Welt hat seinen Platz, Wölfe wie Menschen."

Celia Rees, "Hexenkind"

Herzlich Willkommen!

Foto: Antje Babendererde

Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen auf meiner Seite.

Bücherschreiben ist ein wunderschöner – aber oftmals auch ein sehr einsamer Beruf. Und neben fieberhaften Schaffensphasen gibt es Tage, in denen die Figuren schlichtweg streiken, die Geschichte stagniert – nichts mehr geht. In solchen Momenten wirkt eure erfrischende und oft sehr berührende Leserpost wie Medizin.

Einen herzlichen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen, mich an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben zu lassen.

Viele von euch haben natürlich auch Fragen – und die versuche ich so gut ich kann auf dieser Homepage zu beantworten.

Viel Spaß beim Stöbern wünscht euch

Antje Babendererde

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Neuigkeiten

Zurzeit ist eine Schreibpause angesagt, denn in den nächsten Wochen bin ich auf Lesereisen unterwegs. Schaut doch einfach mal unter Termine, ob ich vielleicht auch in eurer Nähe bin und ihr Lust habt, euch etwas vorlesen zu lassen oder mit mir zu diskutieren.

An alle e-book Freunde, die bisher … mehr »

Mein Buchtipp

Die Indianer Nordamerikas: Kunst, Traditionen und Weisheit der amerikanischen Ureinwohner
von National Geographic

Covergrafik, Die Indianer Nordamerikas: Kunst, Traditionen und Weisheit der amerikanischen Ureinwohner

Guter (natürlich knapp gehaltener) Überblick über die verschiedenen Kulturen der nordamerikanischen Ureinwohner, ihre lebendige Kultur. Mit guten Fotos und kurzen Essays.

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Lesermeinung

von Katja, 22 Jahre aus Jena

Simona ist sechzehn, hat eine feuerrote Igelfrisur, trägt verrückte Klamotten und eckt überall an. Und sie hat ein großes Alkoholproblem. Als sie eines Nachts halb ertrunken aus dem Dorfteich gefischt wird, stellen ihre Eltern sie vor die Wahl: entweder Entzugsklinik oder sechs Wochen in der Abgeschiedenheit des Pine Ridge Indianerreservats bei ihrer Tante. Sim entscheidet sich für die Verbannung nach South Dakota.
Im Res ist nichts, wie Sim es sich von den Erzählungen ihrer Tante vorgestellt hat. Die Gegend ist einsam und trostlos, das einst stolze Volk der Lakota ein Haufen bettelarmer und von Drogenproblemen gebeutelter Menschen, die in verwahrlosten Trailern leben.
Doch dann lernt sie den charismatischen Jimi und den blinden Lukas kennen, zwei unzertrennliche Freunde, die Sim das Leben im Reservat näherbringen und ihr Dinge zeigen, die auf den ersten Blick verborgen schienen. Diese Begegnung ändert Sims Leben und die Freundschaft der beiden für immer.

Meine Meinung:

Es fällt mir schwer, zu erklären, warum nach all den vorangegangenen Büchern dieses hier eins meiner liebsten ist. Vielleicht, weil “Julischatten” in all seinen Eigenschaften die Essenz dessen ist, was Antje Babendererdes Werke ausgezeichnet. Selten war ihre Schreibe derart intensiv, die Schilderungen so real, die Geschichte so eindringlich. Antje Babendererde hat kein Geheimnis daraus gemacht, wie besonders nahe ihr ihr letzter Besuch in Pine Ridge gegangen ist. Für die Recherche zu diesem Buch hat sie zwei Monate im Reservat verbracht. Dieser Aufenthalt muss vor allem sehr bedrückend und hoffnungslos gewesen sein, denn das ganze Buch wird trotz vieler heiterer Stellen von einer spürbaren Schwere getragen.
In diese zerrüttete und aus den Fugen geratene Welt mitten im Nirgendwo passt Sim als Hauptfigur hervorragend. Überhaupt ist sie in meinen Augen eine von Babendererdes interessantesten und vielschichtigsten Figuren. Sims Unangepasstheit, die Probleme mit ihren Eltern und ihrer Umwelt, aber vor allem ihre Probleme mit sich selbst erzählt sie absolut überzeugend und im Laufe der Handlung taucht man als Leser immer tiefer ein in ihre Seele und versucht genauso wie Sim herauszufinden, welchen Weg sie gehen soll. Wer sie sein will, wie sie sich selbst akzeptieren und sich anderen öffnen kann. Ob und wie sie Dinge verändern kann und wofür es sich zu kämpfen lohnt. Selten hat ein Autor die Komplexität des Erwachsenwerdens derart konzentriert und überzeugend auf den Punkt gebracht.
Auch Jimi und Lukas sind einzigartige und mitreißende Charaktere. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und sind gleichzeitig durch ihre tiefe Freundschaft untrennbar. Die einzigartige Bindung der beiden macht den Roman neben der vielschichtigen Liebesgeschichte zu etwas ganz Besonderem.

“Julischatten” vereint all das, was Antje Babendererde Fans an ihren Büchern lieben und ist gleichzeitig noch viel mehr als das. Dieses Buch ist erschütternd in seiner Direktheit und atemberaubend in den Beschreibungen der Landschaft. Es beflügelt mit seiner herzergreifenden Liebesgeschichte und rührt durch seine Grausamkeit zu Tränen. “Julischatten” ist träumerische Sehnsucht, harte Realität und poetische Melancholie zugleich.
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch verschlungen und frage mich, wie dick ein Buch von Antje Babendererde sein muss, um bei mir Erschöpfungserscheinungen auszulösen. 480 Seiten sind definitiv nicht genug.

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