Julischatten

Julischatten als Klappbroschur bei amazon.de

(gebundene Ausgabe 2012, Klappbroschur 2016)

Seit jener Nacht im Freibad greift Sim, die eigentlich Simona heißt, immer wieder zur Flasche. Als sie an ihrem sechzehnten Geburtstag im Krankenhaus aufwacht, stellen ihre Eltern sie vor die Wahl: Entziehungsklinik oder sechs Wochen zu Tante Jo ins Pine-Ridge-Indianerreservat im Mittleren Westen der USA. Sim überlegt nicht lange und wählt die Verbannung. Zwei Lakota-Indianer, das unzertrennliche Duo Jimi und Lukas, nehmen das Mädchen mit den roten Igelhaaren, den verrückten bunten Klamotten und dem schiefen Lächeln unter ihre Fittiche. In den unnahbaren Jimi verliebt Sim sich Hals über Kopf und er scheint ihre Gefühle zu erwidern. Doch auch der blinde Lukas hat sich in das bunte Mädchen verliebt und beschlossen, um sie zu kämpfen. Als Eifersucht entbrennt zwischen den Freunden, muss Sim sich über ihre Gefühle klar werden. Sie trifft eine Entscheidung, die bittere Konsequenzen hat.

Informationen zum Buch

Klappbroschur – 2016 – 475 Seiten – Arena Verlag, Würzburg – ISBN: 9783401509075erhältlich z.B. bei amazon oder im Buchladen Deines Vertrauens

E-Book – 2013 – Arena Verlag, Würzburg – erhältlich z.B. bei amazon

Hörbuch – 2012 – JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH, Hamburg – ISBN: 9783833729300erhältlich z.B. bei amazon

Buchbesprechung “Julischatten” und Interview

Im April 2012 wurde im schweizerischen Online-Rock und Metal-Radio “Rockstation” über “Julischatten” gesprochen. Zu Gast war Crow, der Sänger der Band “Medusa's Child”, deren Lieder Sim immer hört. Hier könnt Ihr euch die Stunde Talk auf schwiizerdütsch und thüringisch, gemixt mit Metal-Musik anhören.

Lesermeinung

von Sarah, 21 Jahre aus Erfurt

Simona will lieber Sim genannt werden. Sie trägt auffällig bunte, selbst zusammengenähte Kleidung, ihre Haare sind zu einer feuerroten Igelfrisur aufgestylt. Und sie hat ein Problem: den Alkohol.

Als Sim es zu ihrem 16. Geburtstag endgültig zu weit treibt, beschließen ihre Eltern sie in den Sommerferien zu ihrer Tante in das Pine Ridge Reservat (Res) im Nordwesten der USA zu schicken. Dort soll ihre Tochter endlich zur Vernunft und vor allem weg vom Alkohol kommen, der im Reservat strikt verboten ist.

Doch abgesehen von ihrer Tante und einem völlig fremden Land erwarten Sim dort auch Jimi und Lukas, zwei Lakota. Die beiden zeigen ihr ihre Welt und Sim verliebt sich nicht nur in das Reservat, sondern auch in Jimi. Dass der neben seinen Arbeiten für Sims Tante Jo und andere Res Bewohner auch noch mit Drogen dealt, erfährt sie allerdings erst viel später …

Meine Meinung:

Ich, als treue Leserin von Antje Babendererde, konnte es kaum erwarten ihren neuen Roman endlich lesen zu können. Ich habe viel erwartet und wurde, mal wieder, nicht enttäuscht.

Die Geschichte von der verkorksten Sim liest sich realistisch und nachvollziehbar. Jeder von uns kennt Personen, denen es genau so geht, wie Simona. Die Figur mit all ihren Fehlern, Wünschen, Ängsten und Bedürfnissen ist absolut greifbar. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren.

Auch die anderen Charaktere sind interessant und lebendig und wachsen einem ans Herz. Jimi und Lukas sind so lebensecht, dass man sich als Leserin unweigerlich zu einem von ihnen hingezogen fühlen muss. Dabei stellte Antje Babendererde sie aber nicht als perfekte Mannsbilder dar, so wie das leider in vielen Romanen der Fall ist, sondern mit all ihren Ecken und Kanten, die sie noch interessanter werden lassen.

Die Beziehungen zwischen den Protagonisten beschreibt die Autorin ebenso feinfühlig und realitätsnah. Wie sich langsam ein zartes Band zwischen Sim und Lukas knüpft, wie schnell Sim in die Beziehung zu Jimi stolpert und auch die Entwicklung die Simona während der Geschichte durchläuft.

Zum Schreibstil kann ich einfach nur sagen: Ich bin in diesem Buch ebenso versunken wie in all den anderen, die Antje Babendererde über die Ureinwohner Amerikas geschrieben hat. Neben der spannenden Geschichte erfährt man Details über das Leben im Res, die Lakota und deren Kultur und auch über die Landschaft Nordamerikas, die jedes Mal wieder so atemberaubend vor meinem geistigen Auge auftaucht, dass ich meine, ich müsste schon einmal dort gewesen sein.

Ein einziger Kritikpunkt ist mir aufgefallen, und zwar dass mir Sims Verwandlung anfangs ein wenig zu schnell vonstatten geht. Das hat mich aber kaum gestört und tut meiner Bewertung keinen Abbruch.

Fazit:

Ein mitreißender Roman über ein Mädchen, das viele kleine Probleme hat und mit den schwerwiegenden Problemen eines indianischen Reservats und deren Einwohner konfrontiert wird. Die Autorin glänzt mit einem einwandfreien Schreibstil und einem spannenden Finale! Ein Muss für jeden Bücherwurm.

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Impressionen aus Pine Ridge

Mehr Fotos von Pine Ridge und South Dakota von meiner Freundin Okaadaak findet ihr in ihrem Blog.